Eine aktuelle Studie von Ross Burton, Direktor für Daten bei Game Oracle, ergab, dass Spiele, die auf der Plattform Steam entwickelt und den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) bekannt gegeben haben, im Durchschnitt 53% weniger Benutzerbewertungen erhalten als Titel, die keine solche Erklärung abgeben.
Details der Studie
Die wichtigsten Parameter, die gemessen wurden, waren:
- Gesamtzahl der Bewertungen, die Benutzer für jeden Titel hinterlassen haben.
- Vergleich zwischen Spielen, die KI bekannt gegeben haben, und solchen, die dies nicht getan haben.
- Schätzung des Einflusses auf die Verkäufe, basierend auf der historisch anerkannten Korrelation zwischen der Anzahl der Bewertungen und dem Verkaufsvolumen.
Die Ergebnisse zeigten, dass:
- Spiele, die KI erwähnen, im Durchschnitt 53% weniger Bewertungen haben als ihre Pendants ohne KI-Erwähnung.
- Da die Steam-Community die Anzahl der Bewertungen in der Regel als direkten Indikator für den kommerziellen Erfolg nutzt, wird geschätzt, dass der Umsatz dieser Titel um 40% bis 60% zurückgegangen ist.
- Die Valve, Betreiberin von Steam, veröffentlicht keine individuellen Verkaufszahlen, aber die Branche verwendet die Anzahl der Bewertungen als vertrauenswürdigen Proxy für Umsatzschätzungen.
Kommerzielle und wahrnehmungsbezogene Auswirkungen
Die Studie weist auf zwei wichtigste Folgen hin:
- Negative Reaktion der Community: Die Bekanntgabe des KI-Einsatzes scheint Misstrauen oder Ablehnung bei den Spielern hervorzurufen, was in der Abnahme der Bewertungen zum Ausdruck kommt.
- Verlust von potenziellen Einnahmen: Die Abnahme der Bewertungen, verbunden mit der historischen Korrelation mit Verkäufen, deutet darauf hin, dass Entwickler bis zur Hälfte ihrer potenziellen Einnahmen verlieren könnten, wenn sie den KI-Einsatz bekannt geben.
Obwohl die Studie keine spezifischen Gründe für die Abneigung der Verbraucher identifiziert, deuten die Daten darauf hin, dass die Wahrnehmung von KI als Ersatz für menschliche Kreativität im Spielemarkt noch nicht weit verbreitet ist.
Für Entwickler lässt sich das Dilemma auf zwei Optionen reduzieren: Entweder den KI-Einsatz geheim halten und das Image gegenüber der Community bewahren oder transparent sein und mögliche kommerzielle Verluste in Kauf nehmen. Die Entscheidung kann je nach Zielgruppe, Spielgenre und Marketingstrategie variieren.
Weitere wichtige Punkte, die im Bericht hervorgehoben werden, sind:
- Die am stärksten betroffenen Genres waren RPGs und Simulatoren, die traditionell von komplexen Erzählungen und Mechaniken abhängen.
- Unabhängige Spiele zeigten einen noch stärkeren Rückgang der Bewertungen, der in einigen Fällen 62% erreichte.
- Studios, die KI nicht erwähnten, aber intern einsetzten, waren von demselben Rückgang nicht betroffen, was die Hypothese stützt, dass die Wahrnehmung der Öffentlichkeit und nicht die Technologie selbst der kritische Faktor ist.
Der vollständige Bericht ist auf der Website von Game Oracle verfügbar und enthält detaillierte Grafiken, Methoden der Datenerfassung und statistische Analysen.
Für weitere Anfragen besuchen Sie den offiziellen Bericht.


